NV Weildorf ernennt drei Ehrenpräsidenten

Bei der Generalversammlung überraschen einige Mexikaner die Narren mit Volksweisen

Die beiden Ehrenpräsidenten Hans Lohr, Manfred Kleiner (vorne von links) mit Vize Thomas Ziegler, Präsident Uli Stegmann und Polizeirentner Frank Bosch (hinten).

Martin Samland

Salem sz Bei der traditionellen Generalversammlung des Narrenvereins Weildorf am 11.11. haben die Narren auf ein bewegtes Vereinsjahr zurückgeblickt. Nach der Abschiedstour und der Auflösung der Weildorfer Chaoten präsentierte sich auf der Versammlung auch völlig überraschend eine neue Musikgruppe.

Bevor es allerdings soweit war, gab es aus den Gilden ebenfalls einiges zu berichten. Schriftführerin Tanja Siemon ließ in gewohnter Reimform noch einmal das vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Sie berichtete unter anderem vom Abschied der Chaoten und von einer verbogenen Achse beim Narrenbaumholen. „Wir haben richtig Zuwachs bekommen“, konnte Gardeleiterin Ute Ziegler im Anschluss berichten. Die Tanzgarde besteht aktuell aus 19 Kindern zwischen drei und zwölf Jahren und bei den „Großen“ tanzen neun Mädels. Das freute nicht nur Narrenpräsident Uli Stegmann, der die Tanzgarde als das Aushängeschild des Vereins bezeichnete. „Das ist der Nachwuchs, den wir auch haben wollen“, sagte er über den starken Zuwachs der Garde.

Auch die größte Gilde im Verein, die Riedgeister, haben in diesem Jahr wieder drei neue Täuflinge. „Wir hatten eine gute Umzugsteilnahme“, lobte Gildeführerin Moni Bosch die Hästräger. Entgegen dem Trend konnte Oberzimmermann Peter Groß leider keinen Zuwachs vermelden. Trotzdem waren die Zimmermänner wieder sehr aktiv, wie aus seinem Bericht hervorging. Neues gibt es bei der Funkengilde. Mit Timo Thum und Marius Walk konnten gleich zwei neue Gildeführer für den zurückgetretenen Marco Schönfelder gewonnen werden. Bei den Weckern lief ebenfalls wieder alles rund, wie Manuel Diez kurz und knapp erklärte. „Manchmal haben sie auch die Küche aufgeräumt“, lobte Stegmann die Wecker, die seit einigen Jahren die Höflichkeit beim morgendlichen Spektakel für sich entdeckt haben.

Einen Gewinn konnte Kassiererin Sylvia Walk in ihrem ersten Bericht in dieser Funktion vermelden. Finanziell steht der Verein auf einer gesunden Basis. Nach der einstimmigen Entlastung ehrte Narrenpräsident Stegmann drei ehemalige und verdiente Vorstände des Vereins mit einer besonderen Auszeichnung. Hans Lohr, Manfred Kleiner und Hubert Ziegler wurden zu Ehrenpräsidenten ernannt. In den wohlverdienten Ruhestand wurde Narrenpolizist Frank Bosch verabschiedet. Walter Templin verstärkt an seiner Stelle die Polizeitruppe.

„Es gibt erfreuliche Nachrichten“, überraschte Stegmann zum Ende der Versammlung hin noch die Narren. Als Ersatz für die Chaoten konnte die aus Mexiko stammende Musikcombo „Los Mexicos“ für die diesjährige Fasnet gewonnen werden. Diese zeigten mit einer kleinen Abordnung gleich, dass sie den Narrenmarsch schon einmal sicher beherrschen. Die Musik bei den Umzügen ist damit zunächst gesichert, wie Patrick Huber als Sprecher der insgesamt 25 Mexikaner kurz erläuterte. Nach dem Ende der Chaoten soll diese als Projekt gegründete Formation zunächst einmal in der kommenden Saison für Stimmung sorgen. Wie es danach weiter geht, wird nach der Fasnet entschieden. Das kam bei den Narren natürlich sehr gut an.

„Schön, so aktive Mitglieder zu haben, die fürs Dorf etwas machen“, lobte Uli Stegmann. Damit endete die Generalversammlung und der Narrenverein Weildorf präsentierte sich optimal aufgestellt für die fünfte Jahreszeit.

Uli Stegmann bleibt Narrenpräsident

Narrenverein Weildorf wählt Vorstand – Rückblick und Ausblick prägen Hauptversammlung

 
Sind für die kommende Saison bestens aufgestellt: Die Vorstände des Narrenvereins und des Fördervereins der Weildorfer Narren geben Gas für die bevorstehende Fasnet.
mas
 

Salem sz Der Narrenverein Weildorf hat in seiner 39. Hauptversammlung den Vorstand neu besetzt. Narrenpräsident bleibt, mangels eines Nachfolgers, Uli Stegmann.

Auf der Tagesordnung standen am Freitagsabend eine Menge Punkte. Neben einer Satzungsänderung galt es auch noch den gesamten Vorstand neu zu wählen. Eröffnet wurde die Sitzung wieder traditionell von den Chaoten. Diese brachten die Mitglieder mit ihren Stimmungshits im voll besetzten Vereinsraum in Weildorf erst einmal auf Temperatur.

„Wir haben ein strammes Programm“, sagte Narrenpräsident Stegmann in seiner Begrüßung und kündigte nach der Totenehrung erst einmal den Bericht der Schriftführerin Tanja Simon an. Diese reimte sich durch das vergangene Vereinsjahr. Besonders die zu spät gelieferte Narrenzeitung und die Vergabe von Gutscheinen am Verkaufstag sorgten für Erheiterung.

Bei der Zimmermannsgilde laufe alles rund, wie Gildeführer Peter Groß berichtete. Etwas außer der Reihe war für die 28 Zimmermänner in der vergangenen Saison die Tatsache, dass der Narrenbaum wegen einer Unwetterwarnung bereits am Rosenmontag gefällt werden musste.

Bei den Riedgeistern lief in der Fasnet hingegen alles nach Plan, wie Gildeführerin Moni Bosch berichtete. Die 71 Riedgeister können sich außerdem über acht Neuzugänge freuen, die am 6. Januar an der historischen Kegelbahn getauft werden. Mit Timo Salwik wurde außerdem ein junger zweiter Riedgeist mit ins Führungsteam gewählt. „Die Verjüngungskur findet bei uns schon statt“, sagte Bosch mit Blick auf die angekündigten Neuwahlen.

Ute Ziegler konnte als Leiterin der Tanzgarde wieder auf einige spektakuläre Auftritte zurückblicken. Nicht nur in der Fasnet sind die aktuell 15 Mädels der Garde aktiv. Neben dem Gassenfest wird auch beim Schlossseefest getanzt. Besonders effektiv sei die erstmalige Teilnahme an den Ferienspielen gewesen, die vier Neuzugänge gebracht habe. Bei den Funkenstellern hat sich das frühe Sammeln der Christbäume als kontraproduktiv erwiesen. Die meisten Bäume standen wohl noch in den Wohnzimmern, wie Gildeführer Marco Schönfelder berichtete. Die 27 Funkenbauer hatten aber dann doch genügend Material zusammen, um wieder einen schönen Funken zu bauen. „Er hat gebrannt bis zum nächsten Tag“, sagte Schönfelder.

Der Wecker-Chef Manuel Diez kann in diesem Jahr zwei neue Mitglieder begrüßen. 17 Wecker werden dann in den Gassen Weildorfs für das zeitige Aufstehen zur Fasnet sorgen. „Vielen Dank für eure Arbeit“, bedankte sich Narrenpräsident Stegmann nach den Berichten.

Dann war der Vorstand an der Reihe. Die zweite Kassiererin Ute Loeck, als Vertretung der verhinderten Kassiererin Eva Frei, startete aus Sicht der Finanzen mit einem weniger schönen Jahresergebnis für die insgesamt 252 Mitglieder. Das hohe Minus in der Bilanz ergab sich dabei vor allem aus einer Spende an den Musikverein für die neuen Uniformen in Höhe von 2200 Euro und an einer großzügigen Beteiligung des Vereins an den Buskosten für die Umzüge. „Damit wollen wir vor allem die Familien entlasten“, sagte Stegmann. „Der Kassenstand gibt das her. Wir müssen das nicht horten“, beruhigte er aber die Mitglieder.

Satzungsänderung beschlossen

Die angestrebte Satzungsänderung in Bezug auf die Umformulierung der Vereinsziele wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig beschlossen. Nach der einstimmigen Entlastung wurde es dann spannend. Die Wahlen standen an. In einer offenen Wahl wurde Uli Stegmann als Narrenpräsident wiedergewählt. „Dieses Mal ist aber wirklich das letzte Mal“, kündigte er an. In drei Jahren muss also zwingend ein Nachfolger gefunden werden. Für Walter Templin, der nicht mehr zur Wahl antrat, wurde Thomas Ziegler als zweiter Vorsitzender gewählt. Tanja Simon und Anita Blaser bleiben im Schriftführeramt. Neu gewählt wurden Silvia Walk als Kassiererin und Cindy Ziegler als ihre Stellvertreterin. Etwas unzufrieden mit der Besetzung des zweiten Vorsitzenden zeigte sich Mitglied Timo Keirath. „Mein Wunsch wäre es gewesen, wenn es ein Jüngerer übernimmt“, sagte er nicht böse gemeint, mit Blick auf die Neubesetzung des Amtes des Narrenpräsidenten in drei Jahren.

Zuwachs bei den Riedgeistern

                                                                                Salem -  Weildorfer Riedgeister taufen drei neue Mitglieder

Die Gildenchefs der Weildorfer Riedgeister (hinten) Moni Bosch und Michael Weiss haben (vorne von links) Gina-Marie Templin, Markus Schmidt und Robin Senn getauft.                                                                                                                                                  Bild: Körner-Armbruster

Schon in der Salemer Chronik wurden von den Mönchen der Nebel und seine geisterhaften Bewohner erwähnt und so scheint es nur angemessen, wenn beim Fasnetsauftakt 2015 auch „dicke Suppe“ herrscht. „Jungfrauen und Kinder nehmt euch in Acht – ab heut ist wieder Geisternacht“, verkündete Gildenchefin Moni Bosch wohlgemut. Drei Fragen und drei giftig-bunte Schnapsgläsle später taucht die oberste Hästrägerin ihren langen Schilfwedel in den naturkalten Mühlbach und tauft damit Gina-Marie Templin, Robin Senn und Markus Schmid. Alle drei haben die Fragen zur Gildenordnung richtig beantwortet und sind somit nach bestandener Kurzprüfung ordnungsgemäße Mitglieder der Weildorfer Riedgeister. Diese haben ab sofort 67 Mitglieder, die sich mit Schnecken, Eulen und Spinnen schmücken dürfen. Die Kapelle Weildorfer Chaoten spielt für sie alle auf dem Dorfplatz einen Tusch. Das Anschnellen leiten die Musiker mit dem beliebten Schneewalzer ein, zu dem sich Häs- und Wintermantelträger willig warm schunkeln.

Damit der Winter weiß, das er sich ab jetzt vor den Narren fürchten muss, treten die Karbatschenschneller zum traditionellen Anschnellen vor. Zusammen mit Zimmermännern und Tanzgarde, Wecker, Funkengilde und Männerballett sorgen sie in der fünten Jahreszeit für Abwechslung. Ein ganz besonderer Höhepunkt der „Wiildorfer Fasnet“ wird übrigens der 25. Januar sein. Dann versetzt das beliebte Kärrele-Rennen den Ort in Rennfieber.

 

Bei den Weildorfer Narren läuft alles rund

Der finanzielle Kraftakt zur Renovierung des Vereinsraumes hat sich voll gelohnt.                           Das Präsidium in Weildorf hat am Dienstag gut lachen: Narrenpräsident Uli Stegmann (rechts) und sein Vize Walter Templin.             ( Foto: mas )

 

Salem sz    Der Narrenverein Weildorf hat am Dienstag erstmals in seinem neuen Vereinsraum die fünfte Jahreszeit eröffnet. „Es ist ein völlig neues Gefühl für uns“, sagte Narrenpräsident Uli Stegmann voller Stolz.

Und stolz können die Narren auch sein. Der neu gestaltete und renovierte Vereinsraum in der Musikschule wird seit seiner Eröffnung im April von der Dorfgemeinschaft gerne als Treffpunkt genutzt. Voll war es auch bei der 37. Jahreshauptversammlung des Narrenvereins.

Schriftführeri Tanja Siemon blickte auf ein bewegten Vereinsjahr zurück. „Heute will ich berichten von den vergangenen Fasnetsgeschichten“, dichtete Simon. Als Höhepunkt außerhalb der Fasnet stand dabei ebenfalls der neue Vereinsraum an oberster Stelle. So wurde durch die umfangreichen Sanierungsarbeiten das Vereinskonto bis an den Rand des Möglichen belastet, wie Kassiererin Eva Frey erläuterte. „Nachdem wir im vergangenen Jahr so gut wie bankrott waren ...“, leitete Frey ihren Kassenbericht ein.

Durch die finanzielle Unterstützung des Musikvereins und die des Freundeskreises Historische Kegelbahn habe sich das Blatt aber gewendet. Die Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb waren gut, und der Verein geht deshalb mit ausreichend finanziellen Mitteln in die neue Saison. „Das sind erfreuliche Zahlen“, kommentierte Stegmann.

Doch nicht nur die Zahlen stimmen. Im Verein selbst bewegt sich einiges, wie die Gildeführer vortrugen. „Es wird jedes Jahr mehr“, lobte die Chefin der Riedgeister, Moni Bosch, die rege Umzugsteilnahme der auf 58 aktive Mitglieder angewachsenen Maskengruppe. Bei den Weckern löste Marco Schönfelder Maurice Bosch als Chef ab, der aus beruflichen Gründen kürzer treten musste.

Funken werden nachhaltig

Die Funkengilde berichtete von einem erfolgreichen Funken-Wochenende, und bei den Zimmermännern überlegt man, in Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit für jeden geschlagenen Narrenbaum einen Ersatzbaum zu pflanzen. Sportlich auf höchstem Niveau geht es schon jetzt in der Tanzgarde zu. Erst vor kurzem ertanzten sich die Mädels beim Dance-Festival in Heidenheim eine Goldmedaille. „Ohne Fleiß kein Preis“, lobte Trainerin Ute Ziegler Engagement der acht Mädchen, die zwei Mal die Woche trainieren. Neue Gardemädchen, die Interesse an dieser Art Tanzsport haben, sind jederzeit gerne gesehen. Nach der einstimmigen Entlastung des gesamten Vorstands wurde Gabi Schönfelder zur neuen Kassenprüferin gewählt.

Höhepunkte in der Weildorfer Fasnet sind in der kommenden Saison das traditionelle „Kärrelerennen“ am 25. Januar und der Bürgerball am 13. Februar.

Informationen gibt es auf der neu gestalteten Homepage unter

www.narrenverein-weildorf.info.


Der neue Vereinsraum ist offiziell eröffnet

Die Weildorfer Dorfgemeinschaft hält zusammen und schafft sich einen neuen Treffpunkt

Die Liste der freiwilligen Helfer ist lang: Narrenpräsident Uli Stegmann bedankt sich für die geleistete Arbeit. (Foto:Martin Samland)

Von Martin Samland

SALEM / sz Seine Feuertaufe hat der neue Vereinsraum in der Musikschule bereits hinter sich: Seit Abschluss der umfangreichen Renovierungsarbeiten ist er zu einem beliebten Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft geworden. Der Musikverein kommt hier gerne nach der Probe zusammen, die Narren haben einen Platz für ihre Sitzungen und der Sportverein trifft sich nach dem Sport zum Dämmerschoppen. Neben den Vereinen profitieren aber alle vom neuen Treffpunkt in der Mitte Weildorfs, da der Ort seit der Schließung des Adlers keinen öffentlichen

Gasthof mehr hat.

Im neuen Raum trifft man sich wieder und die vom Adler übernommene Inneneinrichtung bewahrt dem Dorf ein Stück Geschichte. Auch die vom Weildorfer Künstler Norbert Sand bemalten Wände zeigen historische Ansichten. Mit diesen jetzt fertig gestellten Bildern wurde dem Raum der letzte Schliff gegeben. Einer offiziellen Eröffnung am Sonntag stand deshalb nichts mehr im Wege. „Was vor knapp einem Jahr begonnen hat, ist nun vollendet“, sagte Narrenpräsident Uli Stegmann.

Fast hätten sich die Weildorfer Narren mit dem Projekt übernommen, da immer wieder neue Probleme mit der Bausubstanz die Kosten in die Höhe trieben. Die Dorfgemeinschaft kam dem Narrenverein aber finanziell und mit Muskelkraft zu Hilfe. Der Musikverein, der Freundeskreis der historischen Kegelbahn und die Gemeinde beteiligten sich an den nicht unerheblichen Baukosten. Unzählige freiwillige Helfer leisteten Arbeitsstunden und das Endergebnis kann sich sehen lassen.

„Ein Traum ist wahr geworden – es hat sich gelohnt“, lobte Bürgermeister Manfred Härle das Engagement der Dorfgemeinschaft. Davon konnte sich im Anschluss an den offiziellen Teil auch die Öffentlichkeit beim Tag der offenen Tür überzeugen. Überall blickte man am offiziellen Eröffnungstag in die glücklichen Gesichter der Weildorfer, die voller Stolz ihren neuen Vereinsraum präsentierten

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Weildorfer Narren setzen Härle ab

Doch zuvor muss der Bürgermeister zeigen, wie sportlich und künstlerisch begabt er ist

Bürgermeister Manfred Härle muss sich kreativ betätigen, nur eine von vielen Aufgaben. (Foto: Anja Schuster)

Von Anja Schuster

SALEM / sz Die Salemer Narren haben am Freitagvormittag das Rathaus in Neufrach gestürmt und Bürgermeister Manfred Härle samt seiner Gemeindeverwaltung bis zum kommenden Aschermittwoch „ins Exil“ geschickt, wie es der Schultes formulierte. Heuer waren die Weildorfer Narren an der Reihe, den Sturm durchzuführen und sie hatten sich einiges für ihren Bürgermeister einfallen lassen.

Sein ganzes Potpourri an Fähigkeiten musste Bürgermeister Härle aufbringen, um die Anforderungen der Narren zu erfüllen. Denn diese hatten so manches Anliegen mitgebracht, um das sich der Bürgermeister zu kümmern hatte. Beispielsweise um die desolate Leistung seiner Bauhof-Mitarbeiter, die Jahr für Jahr nicht nur das Gras, sondern auch die Blumen am Hangerbach radikal rasieren. Besser machen, hieß also die Devise. Und am kleinen Übungsmodell galt es, das Gras zu schneiden, die Blumen aber stehen zu lassen. Dabei legte der Schultes einen solchen Eifer an den Tag, dass die Narren ihn sogleich engagierten, beim nächsten Mal mit nach Weildorf zu kommen.

Allerdings reichte es den Narren nicht, dass Härle seinen grünen Daumen unter Beweis gestellt hatte. Denn schließlich muss ein Bürgermeister vielseitig sein. Und es gibt ja auch noch andere Problem in Weildorf, um die sich bislang niemand gekümmert habe, beispielsweise die Stromversorgung an der Kegelbahn. Wunderbar sei diese saniert worden, aber des nächtens müsse man die Taschenlampen anschalten, monierten die Narren. Aber Gott sei Dank hat Salem einen sportliche Bürgermeister. Dieser wurde einfach kurzerhand - ausstaffiert mit rotem Trikot und pinker Schirmmütze - auf einen Hometrainer gesetzt. Dort musste er so lange treten, bis die Glühbirne, die in weiser Voraussicht vom Rathausbalkon zur Kontrolle heruntergelassen wurde, hell leuchtete.


So getriezt klagte Härle nach getaner Arbeit sogleich sein Leid. „Jeden Tag lasse ich mich schikanieren.“ Immer nur gehe es um die Wünsche der Bürger, und die gibt es „in großer Zahl“. „Wie es mir als Schultes geht, ist doch jedem egal.“ Das ganze Geld fließe nach Weildorf und seine Kassen seien leer, sein Rathaus viel zu klein. „Der kleinste Luxus bleibt hier ein Traum, es gibt noch nicht mal einen Fitnessraum.“ Doch das soll sich nun ändern, auf der Insel im Schlosssee, da kommt das neue Rathaus hin: „Eine starke Festung mit Mauer und Turm, ich freue mich auf den nächsten Rathaussturm.“
Doch auch dann hatten die Narren noch nicht genug: Denn für die Deko im neuen Vereinsheim fehle das Geld, doch das Narrenwappen sollte die kahlen Wände schon zieren. Also warum nicht den Bürgermeister zu Pinsel und Farbtube greifen lassen, der räkele sich ja sonst eh nur den ganzen Tag faul in seinem Stuhl.

Bild: Südkurier von Peter Schober


 

 

 

 

 

 

 

 

Anita Blaser, Eva Frey, Walter Templin, Uli Stegmann, Ute Loeck, Tanja Siemon


Bericht im Südkurier:

Walter Templin neuer Vize-Präsident
Salem - Beim Narrenverein Weildorf haben die Weildorfer Chaoten die Jahresversammlung mit Neuwahlen eröffnet. Für den neuen Vereinsraum im Dorfgemeinschaftshaus machen die Narren 14.000 Euro locker 

Mit Schmiss und voller Elan hat der Narrenverein Weildorf auf seiner Jahresversammlung am Martinitag die Pflöcke für die kommende Fasnet eingeschlagen. Zudem wurde der 19-köpfige Narrenrat komplett neu gewählt. Zu größeren personellen Veränderungen kam es dabei nicht. Uli Stegmann schwingt als Narrenpräsident weiterhin das Zepter. Allerdings hat er mit Walter Templin einen neuen Vize-Präsidenten bekommen. Er wurde zum Nachfolger von Timo Keirath gewählt, der im März dieses Jahres die Leitung der Feuerwehr Salem übernommen hat und damit zeitlich voll in Anspruch genommen ist.

Zum Auftakt der Martinisitzung gaben die Weildorfer Chaoten musikalisch vor, was die Stunde geschlagen hat. „So können wir der nächsten Fastnacht verheißungsvoll entgegensehen“, stellte Narrenpräsident Stegmann beglückt fest, nachdem sich sein Gefolge warmgeschunkelt hatte. Dann wurde erst einmal von Schriftführerin Tanja Simon und den Gildeführern Peter Groß (Zimmermänner), Monika Bosch (Riedgeister) sowie Marc Ziegler (Funkengilde und Weckergilde) und Ute Ziegler (Gardemädchen) Rückschau auf die Ereignisse im vergangenen Jahr gehalten.

Mit der Ausrichtung des alle zwei Jahre stattfindenden Ringtreffens der zwölf Salemer Narrenvereine hatten die Weildorfer Narren einen richtigen Kracher in ihrem diesjährigen Programm. 1500 Hästräger und gut noch einmal so viele Zuschauer, das war für sie, wie Narrenpräsident Stegmann durchblicken ließ, aber auch eine gehörige Herausforderung. Finanziell zahlte sie sich aber nicht besonders aus.
Säckelmeisterin Eva Frey verbuchte aus dieser Großveranstaltung gerade einmal einen Reingewinn von 270 Euro.

Nach dem Aschermittwoch wartete die nächste Herausforderung auf die Weildorfer Narren. Im März ging es, nachdem die Rotkreuzbereitschaft im Rettungszentrum am Schlosssee ein neues Domizil bekommen hat, unter der Regie des Narrenvereins an den Ausbau des im Dorfgemeinschaftshaus frei gewordenen Raums zu einem Vereinsraum. Ein Projekt, das mit Überraschungen baulicher Art gespickt war. Jetzt aber steht es kurz vor der Vollendung. „Ein Schmuckstück soll es werden im neuen Jahr, das Vereinsheim im Degeha“, hieß es in den Versen von Schriftführerin Tanja Simon. Dafür hat der Narrenverein sein Geldsäckel arg geschröpft und rund 14 000 Euro locker gemacht. „Wir waren in der Vergangenheit mit dem Geldausgeben immer sehr maßvoll“, sagte Narrenpräsident Stegmann. Jetzt habe man das Ersparte für eine sinnvolle und zweckmäßige Maßnahme einsetzen können. Von dem Vereinsraum werden alle Weildorfer Vereine Nutznießer sein.

Uwe Gundelsweiler, der Vorsitzende des Weildorfer Musikvereins, dankte dem Narrenverein dafür, dass er beim Ausbau des Vereinsheims die Federführung und die finanziellen Lasten übernommen hat.

In der kommenden Fastnacht wird sich der Narrenverein Weildorf, wie Uli Stegmann ankündigte, schon wieder in den Dienst der Salemer Gesamt-Narretei stellen und den Rathaussturm anführen. Eine Idee, wie und was man da anstellen wird, soll schon geboren sein. Aber die Katze aus dem Sack ließ Uli Stegmann nicht. Er wäre ja auch ein Narr, wenn er solches getan hätte.

Zwei Neuerungen, die sich in der zurückliegenden Fastnacht bewährt haben, sollen im kommenden Jahr beibehalten werden. Am 6. Januar, dem offiziellen Beginn der alemannischen Fastnacht, wird die fünfte Jahreszeit auf dem Dorfplatz eingeschnellt, und gleichzeitig werden junge Riedgeister getauft. Den Rosenmontagsfrühschoppen, den man im vergangenen Jahr wegen des Salemer Ringtreffens am Tag zuvor auf den Abend verlegt hat, belässt man als Dämmerschoppen mit Beginn um 17 Uhr.